Einen Trieb an den Spalierdraht zu binden ist eine der am häufigsten wiederholten Arbeiten im Weinberg, doch die Wahl des Bindematerials verändert die ganze weitere Saison. Viele Winzer greifen aus Gewohnheit noch zu Bindfaden, Bast oder Draht, ohne je eine Alternative ausprobiert zu haben. Ein falsch gewähltes Bindematerial kann jedoch die Rinde des Triebs verletzen, bei der ersten starken Sonneneinstrahlung brüchig werden oder doppelt so viel Zeit beim Anbringen benötigen wie nötig. Dieser Artikel vergleicht die wichtigsten Lösungen zum Anbinden von Reben und hilft Ihnen, die passende für Ihren Weinberg zu wählen.
Bast und natürliche Bindematerialien
Bast ist nach wie vor weit verbreitet, insbesondere im traditionellen Weinbau, da er biologisch abbaubar und günstig ist. Seine Haltbarkeit ist jedoch begrenzt: Sonne und Feuchtigkeit setzen ihm innerhalb weniger Wochen zu, sodass er häufig mitten in der Saison ersetzt werden muss – was mehr Durchgänge durch die Rebzeilen bedeutet.
Draht und Metallbindungen
Draht bietet eine hohe mechanische Festigkeit und einen festen Halt, was seine traditionelle Verwendung in der Rebspalier-Erziehung erklärt. Sein Hauptnachteil ist das Risiko, den Trieb zu verletzen: Wächst dieser, ohne dass der Draht rechtzeitig gelockert wird, kann er sich in die Rinde einschneiden und eine Schwachstelle oder sogar einen Krebsbefall verursachen. Das erfordert regelmäßige Kontrolle und manuelles Nachjustieren, was die Arbeitsbelastung auf größeren Flächen erhöht.
Bindfaden und die mechanische Bindemaschine
Bindfaden, oft mit einer mechanischen Bindemaschine verarbeitet, ermöglicht schnelles Arbeiten auf großen Flächen und ist daher im intensiven Weinbau beliebt. Der Knoten bleibt jedoch eine Schwachstelle: zu fest gebunden, schneidet er in den Trieb ein; zu locker, löst er sich beim ersten Windstoß. Bindemaschinen verursachen zudem Kosten, die über den Kaufpreis hinausgehen: Sie benötigen regelmäßige Wartung und eine Einweisung der Bediener – ein Aufwand, der beim Vergleich der Lösungen oft übersehen wird.
Schlauchbinder
Schlauchbinder aus flexiblem Kunststoff sollen den direkten Kontakt mit der Rinde begrenzen und lassen sich leichter anpassen als Draht. Das ist ein echter Fortschritt gegenüber starren Lösungen. Ihre Hauptschwäche liegt in der UV-Beständigkeit über die Zeit: Je nach Kunststoffqualität werden sie nach ein bis zwei Saisons Bewitterung spröde, und ihre Anbringung bleibt langsamer als bei einem elastischen Bindematerial, da meist ein Verschluss oder Knoten an jedem Bindepunkt nötig ist.
Der Ankergummi: die Lösung, die mit dem Trieb mitwächst
Hier unterscheidet sich der Ankergummi deutlich von den zuvor genannten Lösungen. Seine Besonderheit: Er dehnt sich mit dem Wachstum des Triebs – anders als Draht oder Bindfaden benötigt er kein manuelles Lockern, da er das Dickenwachstum des Triebs auf natürliche Weise mitmacht, ohne je eine Einschnürung zu verursachen. Auch die Anbringung geht deutlich schneller: Er wird von Hand angebracht, ganz ohne Werkzeug oder Knoten, während manuelle Bindematerialien wegen des Knotens Zeit kosten und Bindemaschinen zusätzliche Kosten für Wartung und Schulung der Nutzer verursachen. Diese Zeitersparnis macht sich auf großen Flächen deutlich bemerkbar, wo die Bindung Hunderte, teils Tausende Male am Tag wiederholt werden muss. Aus EPDM gefertigt, einem synthetischen Kautschuk für den Außeneinsatz, hält der Ankergummi 5 bis 6 Jahre im Freien, ist UV- und witterungsbeständig und wird dabei weder brüchig wie Bast noch starr wie ein Schlauchbinder. Zudem ist er wiederverwendbar, was sowohl die Kosten pro Anwendung als auch den Abfall am Saisonende reduziert.
Die meistverkauften Durchmesser für den Weinbau sind 5 cm, 8 cm und 10 cm, je nach Triebdicke und Phase des Vegetationszyklus.
Häufig gestellte Fragen
Welches Bindematerial eignet sich am besten zum Anbinden von Reben?
Das hängt vor allem davon ab, wie schnell der Trieb wächst und wie lange das Bindematerial halten muss. Für eine Bindung, die mit dem Wachstum mitgeht, ohne manuell nachgestellt werden zu müssen, ist der Ankergummi die Lösung mit dem geringsten Wartungsaufwand während der Saison.
Kann ein Ankergummi im nächsten Jahr wiederverwendet werden?
Die meisten natürlichen Bindematerialien (Bast, Bindfaden) lassen sich nicht wiederverwenden, da sie innerhalb einer Saison verrotten. Draht kann wiederverwendet werden, muss aber neu in Form gebracht werden. Der Ankergummi aus EPDM ist für den Außeneinsatz konzipiert und hält mehrere Saisons lang – bis zu 5 bis 6 Jahre –, ohne an Elastizität zu verlieren.
Kann das Bindematerial die Rinde des Triebs verletzen?
Ja, das ist ein reales Risiko bei Draht und, in geringerem Maße, bei zu fest geknotetem Bindfaden, wenn dieser nicht rechtzeitig gelockert wird. Der Ankergummi vermeidet dieses Problem, da er sich mit zunehmender Triebdicke schrittweise dehnt.
Braucht man für das Anbinden von Reben spezielles Werkzeug?
Draht und Schlauchbinder erfordern eine Zange oder ein Verschlusswerkzeug. Bindfaden wird auf großen Flächen häufig mit einer mechanischen Bindemaschine verarbeitet. Der Ankergummi wird von Hand angebracht, ganz ohne Werkzeug, was die Arbeit selbst auf kleinen Flächen oder ergänzend zu einer Bindemaschine erleichtert.
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Bandex fertigt seine Ankergummis aus EPDM, einem synthetischen Kautschuk, der UV-Strahlung und Witterung bis zu 5-6 Jahre im Freien standhält. Kontaktieren Sie unser Team für ein Muster passend zu Ihrem Weinberg.